Zeitdokumente analoger Fotografie

Das Fotoarchiv OWL ist eine wachsende digitale Sammlung historischer Fotografien aus Ostwestfalen-Lippe. Es umfasst Alltagszenen, regionale Pressefotografie und dokumentarische Arbeiten. Der Bestand besteht überwiegend aus gerettetem Bildmaterial von Fotografen aus der Region, insbesondere aus erhaltenen Negativen, die vor dem Verlust bewahrt und hier digital zugänglich gemacht werden.

Fotoerbe sichern und sichtbar machen

Viele fotografische Nachlässe sind akut vom Verlust bedroht. Negative, Dias und Fotoalben lagern in Kellern, Dachböden oder aufgelösten Ateliers – oft ohne Perspektive für ihre langfristige Sicherung. Während große Archive sich auf bekannte Namen konzentrieren müssen, drohen zahlreiche kleinere fotografische Bestände aus der Alltags- und Regionalgeschichte zu verschwinden.

Gerade diese oft unbeachteten Archive sind von großer Bedeutung. Sie erzählen von Alltag, Arbeit, Mode, Architektur, Freizeit, Familienleben, Technik, regionaler Identität und gesellschaftlichem Wandel. Zeitgeschichte zeigt sich nicht nur in den Arbeiten bekannter Fotoreporter oder großer Agenturen, sondern ebenso in kommerziellen Fotostudios, handwerklicher Fotografie, regionaler Pressearbeit und in der engagierten Praxis von Amateurfotografen.

Hier setzt das Projekt „Fotoerbe bewahren“ an. Ziel ist es, historische Fotografien zu sichern, digital aufzubereiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Initiiert wurde das Projekt von Reinhard Krause, ehemaliger Global Picture Editor bei Reuters, und dem Fotografen Reimar Ott aus Ostwestfalen. Beide verfolgen einen praxisnahen Ansatz, den sie als „fotografische Erste Hilfe“ beschreiben: Im ersten Schritt geht es darum, gefährdete Bestände schnell zu sichern, bevor sie verloren gehen. Anschließend werden die Bilder geordnet, digitalisiert und inhaltlich erschlossen.

Ein zentrales Element des Projekts ist der Aufbau dieser digitalen Plattform, auf der die Fotografien langfristig zugänglich gemacht werden.

„Viele dieser Bilder existieren nur noch in Kartons oder Schränken – und mit jeder Entrümpelung besteht die Gefahr, dass sie unwiederbringlich verloren gehen“, so die Initiatoren. „Unser Ziel ist es, dieses fotografische Erbe zu sichern und wieder sichtbar zu machen.“

Das Projekt richtet sich an Fotografen, Erben, Sammler und Institutionen, die ihre Bestände erhalten und zugänglich machen möchten. Gleichzeitig soll ein stärkeres Bewusstsein dafür geschaffen werden, welchen Wert diese oft übersehenen Archive für das kulturelle Gedächtnis haben.

Projekte

© 2026 Fotoerbe OWL
Reinhard Krause, Birkenallee 77, 15745 Wildau, mail@reinhard-krause.de
Reimar Ott, Im Reitstiegel 8, 32130 Enger, info@reimar-ott.de